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Seiten-Version: 0.6.0 21.06.2026

Arbeitswerttheorie bzw. »monetäre Werttheorie«

Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit

»Ursprünglich erschien uns die Waare als ein Zwieschlächtiges, Gebrauchswerth und Tauschwerth. Näher betrachtet wird sich zeigen, daß auch die in der Waare enthaltene Arbeit zwieschlächtig ist. Dieser Punkt, der von mir zuerst kritisch entwickelt wurde, ist der Springpunkt, um den sich das Verständniß der politischen Oekonomie dreht.« (MEGA II.5, 22)

»…« (MEGA II.10, 43)

»…« (MEW 23, 56)

Erläuterungen:

  • zu Wertformen/-ausdrücken: Da die dem Wert zugrunde liegende Substanz (Wertsubstanz), d.h. die abstrakte Arbeit, keine in der Produktion vorhandene bzw. durch diese erzeugte substantielle, sondern nur eine relationale, gesellschaftliche Qualität – die als Resultat dreier Realabstraktionen im Tausch zu verstehen ist – darstellt, ist also auch der Wert selbst nur als relationale, gesellschaftliche Größe, d.h. nur im Rahmen des Tauschverhältnisses, zu begreifen. Als eine solche gesellschaftliche Wertqualität bedarf sie zu ihrer Konstitution einer konkreten Ausdrucksgestalt, in der sie erst in Erscheinung treten kann: die Wertform bzw. der Wertausdruck bzw. der Tauschwert (als Erscheinungsform des Wertes).
  • zu Wertausdrucksweisen: Beim Fortschreiten der Überlegungen zu konkreteren Abstraktionsebenen wird klar, dass der Preis nicht nur adäquater (also tatsächlich wertäquivalenter Ausdruck des Warenwerts), sondern auch nicht-adäquater Wertausdruck sein kann. Dies ist z.B. der Fall, wenn die individuell verausgabte von der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit abweicht, und besonders vor dem Hintergrund, dass die konkrete Bezugsgröße des Warenmarktes nicht der Warenwert, sondern die Produktionspreise sind.

Rolle des Geldes in der Marx’schen (Arbeits-)Werttheorie

»Geld ist also keineswegs auf praktischer Ebene nur ein Hilfsmittel des Tausches und auf theoretischer nur ein Anhäng­sel der Werttheorie. Die Marxsche Werttheorie ist vielmehr monetäre Werttheorie: Ohne Wertform können sich die Waren nicht als Werte aufeinander beziehen und erst die Geldform ist die dem Wert angemessene Wertform. ›Substanzialistische‹ Auffassungen des Werts, die Wert am einzelnen Ding festma­chen wollen, sind dagegen prämonetäre Werttheorien. Sie meinen den Wert ohne Bezug auf Geld entwickeln zu können. Prämonetär ist sowohl die Arbeitswerttheorie der klassischen politischen Ökonomie wie die Nutzentheorie des Werts der Neoklassik. Prämonetär ist auch die gängige ›marxistische‹ Werttheorie, die glaubt, der Wert sei bereits mit der ›gesell­ schaftlich notwendigen Arbeitszeit‹ fertig bestimmt.«1


  1. Heinrich, Michael: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung (= Theorie.org), Schmetterling-Verlag: Stuttgart #super[3]2005, 203., 62.