Zum Inhalt
Seiten-Version: 0.6.0 21.06.2026

Mehrwert

Der Mehrwert, der die Basis für den (logisch ›späteren‹) Profit bildet, beruht auf der Tatsache, dass mit Blick auf die Arbeitskraft (als alleinig wertschaffender Größe) bei ihrem Einkauf auf dem Arbeitsmarkt ein anderer ›Wert‹ als bei ihrer Anwendung in der Produktion relevant ist:

  • Einkauf der Arbeitskraft in der Zirkulationssphäre auf dem Arbeitsmarkt (›Arbeitslohn‹) gemäß dem (Tausch-)Wert bzw. dem Preis der Arbeitskraft
    ⇒ Arbeitslohn ist faktisch nur der Gegenwert des Tauschwerts der Arbeitskraft, nicht aber der Gegenwert der tatsächlich geleisteten Arbeit
  • Anwendung der Arbeitskraft in der Produktionssphäre (im Produktionsprozess) gemäß dem Gebrauchswert der Arbeitskraft
    ⇒ Die Anwendung der Arbeitskraft (durch ihren Gebrauchswert, neuen Wert zu generieren) schafft mehr Wert, als ihrem (Tausch-)Wert entspricht.

Die Differenz aus dem (Tausch-)Wert der Arbeitskraft, die die Kapitalist:in als Arbeitslohn zahlt, und dem gesamten durch die Anwendung der Arbeitskraft geschaffenen Wert wird der Arbeiter:in nicht entlohnt und kann als Mehrwert angeeignet werden.

Mehrwert

  • Differenz zwischen dem Wertäquivalent der gesamten geleisteten Arbeit und der zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendigen Arbeitszeit
  • also diejenige Wertgröße, die der Arbeiter durch die Anwendung seiner Arbeitskraft (d.h. durch seine lebendige Arbeit) über den Tauschwert seiner Arbeitskraft hinaus neu schafft
  • d.h. das dem Lohnarbeiter unbezahlte Wertäquivalent seiner Mehrarbeitszeit

Mehrwert in unterschiedlicher Perspektive:

  • Perspektive Arbeitszeit: Differenz aus (dem Wertäquivalent der) Gesamtarbeitszeit und (dem Wertäquivalent der) notwendigen Arbeitszeit
  • Perspektive Wert: Differenz aus gesamtem durch den Gebrauchswert der Arbeitskraft (lebendige Arbeit) neu geschaffenem Wert und dem Tauschwert der Arbeitskraft
  • Perspektive Kapital: Differenz aus gesamtem zurückfließendem Kapital (\(C' = c+v+m\)) (abzüglich vorgeschossenem konstantem Kapital \(c\)) und vorgeschossenem variablem Kapital \(v\)

Die folgenden Größen entsprechen dabei quantitativ dem Arbeitslohn:

  • (Wertäquivalent der) notwendigen Arbeitszeit
  • Tauschwert der Arbeitskraft
  • vorgeschossenes Kapital \(v\)

Formeln zum Mehrwert

  • Mehrwert \(m\) als Differenz aus Warenwert \(C'\) und vorgeschossenem Kapital \(C\): $$ m = C' - C = (c+v+m) - (c+v) $$
  • Mehrwert \(m\) als Produkt aus Mehrwertrate \(m'\) und vorgeschossenem variablem Kapital \(v\): $$ m = m' \cdot v = \frac{m}{v} \cdot v $$
  • Mehrwertrate \(m'\): $$ m' = \frac{m}{v} = \frac{C'-C}{v} = \frac{(c+v+m)-(c+v)}{v} $$

(Tausch-)Wert und Gebrauchswert der Arbeitskraft

»Der Werth der Arbeitskraft und ihre Verwerthung im Arbeitsprozeß sind also zwei verschiedne Größen. Diese Werthdifferenz hatte der Kapitalist im Auge, als er die Arbeitskraft kaufte. Ihre nützliche Eigenschaft, Garn oder Stiefel zu machen, war nur eine conditio sine qua non, weil Arbeit in nützlicher Form verausgabt werden muß, um Werth zu bilden. Was aber entschied, war der spezifische Gebrauchswerth dieser Waare, Quelle von Tauschwerth zu sein und von mehr Tauschwerth als sie selbst hat. Dieß ist der spezifische Dienst, den der Kapitalist von ihr erwartet. Und er verfährt dabei den ewigen Gesetzen des Waarenaustausches gemäß. In der That, der Verkäufer der Arbeitskraft, wie der Verkäufer jeder andern Waare, realisirt ihren Tauschwerth und veräußert ihren Gebrauchswerth.« (MEGA II.5, 143)

»…« (MEGA II.10, 176)

»…« (MEW 23, 208)