Glossar¶
Dieses Glossar versammelt eine Erläuterungen aller zum Verständnis relevanten Begriffe und Konzepte. Diese sind normalerweise in einer Kurzfassung auch als Tooltip direkt über den genannten Begriffen im Fließtext außerhalb dieses Glossars zu finden.
Variablen und Formeln
Falls ein Glossareintrag eine ökonomisch-mathematische Größe darstellt, zu deren Verwendung eine Variable angegeben werden kann oder im Kapital-Text verwendet wird, ist diese und Formlen, in denen diese vorkommt, in Variablen und Formeln zu finden.
1. Arbeit¶
Arten von Arbeit
siehe zur Differenzierung dieser Arten von Arbeit gemäß bestimmter Kriterien Arten von Arbeit
konkrete nützliche Arbeit¶
Schaffung von sich in ihrer Qualität (Beschaffenheit) unterscheidenden Gebrauchswerten
abstrakt menschliche Arbeit¶
Schaffung von sich in ihrer Quantität (Wertgröße) unterscheidenden Tauschwerten
lebendige Arbeit¶
wertgenerierender dynamischer Prozess menschlicher Tätigkeit/Arbeitskraft
vergegenständlichte, tote, vergangene Arbeit¶
statisch-resultative ›Vergegenständlichkeit‹ von lebendiger Arbeit (vergangen); ohne Potential zur Verausgabung lebendiger Arbeit (tot)
unproduktive Arbeit¶
Schaffung von Produkten als Ware ohne Mehrwert oder von Produkten für den Eigenbedarf
produktive Arbeit¶
Schaffung von Produkten als Ware mit Mehrwert
privat verausgabte Arbeit¶
ohne Rücksprache und Koordination mit anderen Produzenten (also unabhängig) verausgabte Arbeit
gesellschaftliche Gesamtarbeit¶
gesamtgesellschaftliche Subsumtion der unterschiedlichen Privatarbeiten bei verallgemeinerter Warenproduktion unter der Voraussetzung, dass die Produkte der Privatarbeiten auch tatsächlich auf dem Markt getauscht werden
einfache (Durchschnitts-)Arbeit¶
Arbeit, die im Grunde jeder Mensch ohne besondere Qualifikation ausüben kann
komplizierte (Durchschnitts-)Arbeit¶
komplexere Arbeit, die sich aus quantitativ mehr einfache Arbeit zusammensetzt bzw. deren höhere qualitative Komplexität sich auf quantitativ mehr einfache Arbeit zurückführen lässt
2. Arbeitszeit¶
individuelle Arbeitszeit¶
die von einem individuellen Produzenten (von der Einzelperson bis zum Einzelbetrieb) zur Produktion eines bestimmten Produktes benötigte Arbeitszeit
gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit¶
die zur Produktion eines bestimmten Gebrauchswerts unter normalen (gesellschaftlich durchschnittlichen) Produktionsbedingungen und mit regulärem (gesellschaftlich durchschnittlichem) ›Aufwand‹ notwendige Arbeitszeit für eine bestehende Nachfrage
3. Werte¶
Gebrauchswert¶
…
Tauschwert¶
…
Warenwert¶
Wert der Ware nach dem Produktionsprozess: \(C’ = C + m = c + v + m\)
Abstraktionsebene
Bei der Darstellung des Wertes der Ware als »Warenwert« abstrahiert Marx noch von folgenden Größen:
- Produktionspreis, d.h. von dem Preis, mit dem der Durchschnittsprofit erzielt wird;
- konkreter Verkaufspreis;
4. Ware und Preis¶
Kostpreis¶
Derjenige Wert, den der:die Kapitalist:in vorschießen muss (vorgeschossenes Kapital \(C = c + m\)), also das, was es den:die Kapitalist:in ›kostet‹, um produzieren zu können.
Produktionspreis¶
Preis der Ware, mit dem der Durchschnittsprofit erwirtschaftet wird (Kostpreis + Durchschnittsprofit)
5. Mehrwert und Profit¶
Mehrwert¶
- Differenz zwischen dem Wertäquivalent der gesamten geleisteten Arbeit und der zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendigen Arbeitszeit
- also Wertgröße, die der Arbeiter durch die Anwendung seiner Arbeitskraft (d.h. durch seine lebendige Arbeit) über den Tauschwert seiner Arbeitskraft hinaus neu schafft
- also das dem Lohnarbeiter unbezahlte Wertäquivalent seiner Mehrarbeitszeit
Mehrwertrate¶
- Maß für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft
Profit¶
…
Durchschnittsprofit¶
…
6. Kapital¶
Arten von Kapital
siehe zur Differenzierung dieser Arten von Kapital gemäß bestimmter Kriterien Arten von Arbeit
Zusammensetzung des Kapitals¶
Zusammensetzung des Kapitals \(Z\) = Verhältnis von konstantem Kapital \(c\) zu variablem Kapital \(v\): $$ Z = \frac{c}{v} $$
Umschlag des Kapitals¶
Kreislaufprozess des Kapitals als periodischer Prozess von Kapitalvorschuss und -rückfluss
industrielles Kapital¶
bei der Produktion von Waren und Mehrwert relevantes Kapital
kaufmännisches Kapital¶
bei der Zirkulation von Waren (Kauf und Verkauf) und der Realisation von Mehrwert relevantes Kapital
zinstragendes Kapital¶
- Verwandlung bzw. Verwendung des Kapitals selbst als Ware, wobei Profit erwirtschaftet werden soll
- Aktivität des Kapitals als Eigentum und Ware selbst
Geldkapital¶
industrielles Kapital in Geldform
produktives Kapital¶
industrielles Kapital in Form von Produktionsmitteln und Arbeitskräften, also Kapital, das im Produktionsprozess fungiert
Warenkapital¶
industrielles Kapital in Warenform
vorgeschossenes Kapital¶
Derjenige Wert, den der:die Kapitalist:in vorschießen muss (\(C = c + m\)), also das, was es den:die Kapitalist:in ›kostet‹ (Kostpreis), um produzieren zu können.
konstantes Kapital¶
Konstantes Kapital (Produktionsmittel, also Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände) überträgt seinen vorhandenen Wert gleichbleibend auf das Produkt. Die Wertgröße der Produktionsmittel bleibt also bei ihrer produktiven Konsumtion gleich/konstant.
variables Kapital¶
Dasjenige Kapital (Arbeitskraft), das im Zuge der Verausgabung seiner Arbeitskraft über seinen Tauschwert hinaus Wert generiert und damit seine Wertgröße verändert, heißt variables Kapital. Die Differenz zwischen ursprünglichem und resultierendem Wert ist der Mehrwert.
fixes Kapital¶
Arbeitsmittel, die (als Verschleiß interpretiert) nur einen Teil ihres Gebrauchswerts auf die Produkte, zu deren Bildung sie beitragen, übertragen und den übrigen Teil in sich selbst fixiert halten, bilden das fixe Kapital. Hierbei wird der Kapitalwert also nur stückweise innerhalb der Abschreibungszeit auf die Produkte übertragen, bis es letztlich wieder vollständig in die Geldform ›zurückverwandelt‹ ist.
zirkulierendes Kapital¶
Produktives Kapital, das während einer Produktionsperiode komplett konsumiert wird, heißt flüssiges/zirkulierendes Kapital. Denn der vorgeschossene Kapitalwert fließt beim Verbrauch wieder vollständig in seiner Geldform zurück (also Arbeitskräfte, Arbeitsgegenstände).
flüssiges Kapital¶
Produktives Kapital, das während einer Produktionsperiode komplett konsumiert wird, heißt flüssiges/zirkulierendes Kapital. Denn der vorgeschossene Kapitalwert fließt beim Verbrauch wieder vollständig in seiner Geldform zurück (also Arbeitskräfte, Arbeitsgegenstände).
Warenhandlungskapital¶
Kapital (des Kaufmanns), das in Warenform (aus Kauf bzw. für Verkauf) vorliegt
Geldhandlungskapital¶
Kapital (des Kaufmanns), das in Zirkulationskosten gebunden ist und damit alle bei der Zirkulation anfallende Ausgaben umfasst (z.B. für Buchhaltung, Geldvorräte)
fungierendes Kapital¶
Aktivität des Kapitals als Funktion, Mehrwert zu generieren
wirkliches Kapital¶
Zirkuliert real vorhandenes Geld, spricht Marx von wirklichem Kapital. Dies ist das Geld, das ursprünglich einmal für Wertpapiere und Aktien (oder für das, womit Wertpapiere und Aktien gekauft worden sind usw.) gezahlt worden ist.
fiktives Kapital¶
Kapital, das bei der Zirkulation von Wertpapieren, Aktien und Krediten lediglich als Zahlungsversprechen bzw. bestimmte Kapitalansprüche existiert.